c. Jahresbericht 2011

Jahresbericht für 2011
in der Mitgliederversammlung am 2. 12. 2011
von  Ernst Heinrichsohn   

 
Liebe Weltbürgerinnen, liebe Weltbürger,

zu unserer vorverlegten Mitgliederversammlung darf ich Sie im Namen des Vorstandes herzlich begrüßen. Wie Ihnen in der Einladung schon mitgeteilt worden ist, endet die  Geschäftsführer- und Schatzmeistertätigkeit wegen einer schweren Erkrankung unseres Geschäftsführers Heiko Vollquardsen zum Jahresende. Unser Mitglied Christian Schostok, der die Beschriftung des Weltbürgerhauses installierte, hat die Zustimmung zu seiner Wahl als Geschäftsführer erteilt. Für die Schatzmeisterwahl gibt es noch keine Bewerbungen.

Nach dieser Vorweginformation kann ich mit dem Jahresbericht beginnen. Im Jahr 2011 beschäftigten sich die Politiker und die Medien monatelang mit der Finanz-, Wirtschafts-, Banken-,  Schulden- und Eurokrise.  Obwohl Banken 2008 und 2009 in der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise mit Milliardensummen vor der Insolvenz auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden mussten, sind keine internationalen Regelungen zur Vermeidung der verantwortungslosen Spekulationen der Banken getroffen worden. Die Europäische Gemeinschaft (EU) wird nun wieder auf Kosten der Steuerzahler die Insolvenz von Banken verhindern, wenn zahlungsunfähig gewordene Länder ihre Schulden an Banken nicht mehr zurückzahlen können. Ein Rettungsschirm mit 440 Milliarden € soll Griechenland vor der Zahlungsunfähigkeit retten. Mit solchen Entscheidungen behalten Banken die Zinsgewinne ihrer Kredite und die Steuerzahler tragen das Risiko für die Rückzahlung der Kredite. Im Falle, dass große Länder wie  Italien und Spanien zahlungsunfähig werden würden, wurde schon über Rettungsschirme von 1000 bis 2000 Milliarden € gesprochen. Solche Entscheidungen fördern verantwortungslose Staatsverschuldungen einzelner Länder auf Kosten der Länder mit ausgeglichenen Haushalten. Mit den vorgeschlagenen Eurobonds (gleich hohe Zinsen für alle Euroländer) würde die Überschuldung einzelner Länder auf Kosten anderer Länder noch mehr gefördert und die Stabilität der Eurowährung gefährdet werden. In einem demokratischen Weltstaat könnten solche Krisen mit globalen Regelungen verhindert werden.  

Die Sanierung von Banken und zahlungsunfähig gewordener Länder wird mit der Erhaltung des Wirtschaftswachstums begründet. Mehr Wirtschaftswachstum bringt jedoch auch mehr Umweltschäden und zerstört die Lebensgrundlage der künftigen Generationen. Die derzeitige Erderwärmung läuft durch die von Menschen verursachten Treibhausgase schon 50 mal schneller als in den früheren Klimaveränderungen  zwischen Eiszeit und Warmzeit. Mit dieser Geschwindigkeit wird die Anpassungsfähigkeit von  Menschen, Tieren und Pflanzen an die Erderwärmung überschritten. Für die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde ist darum eine erhebliche Verringerung  der Treibhausgase erforderlich. Die nationalstaatlichen Klimakonferenzen haben nicht verhindern können,  dass auch in diesem Jahr das Treibhausgas Kohlendioxyd (CO2) in der Luft erheblich angestiegen ist. Das wird sich auch künftig nicht ändern, wenn wir keine globalen Weltgesetze bekommen.

Es ist verantwortungslos, Autos mit hohem Benzinverbrauch zu produzieren, obwohl abgasfreie Wasserstoffautos schon erfunden sind. Eine erhebliche Verringerung der Treibhausgase würde durch Subventionen für abgasfreie Antriebsfahrzeuge und  mehr Steuern für Fahrzeuge mit hohem Benzinverbrauch erreicht werden. Mit der erfundenen Brennstoffzelle könnte Wasserstoff den die Umwelt schädigenden Brennstoff Öl ersetzen. Doch solch eine Trendwende wird nicht gefördert. Subventionen bekommt der Braunkohle- und Steinkohlebergbau, deren Brennstoffe die Erderwärmung erheblich beschleunigen.   

Nach den Absichtserklärungen in den bisherigen Klimakonferenzen soll die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2 Grad Celsius begrenzt werden. Das Ziel kann nicht erreicht werden, wenn die Treibhausgase in der Luft ständig erhöht und nicht enorm verringert werden. Nachdem sich die Durchschnittstemperatur in den vergangenen 100 Jahren um 0,7 Grad erhöht hat, erleben wir jetzt schon wesentlich mehr Überschwemmungen, Tornados, Dürren und nicht mehr löschbare Wald- und Steppenbrände. Welche furchtbaren Umweltkatastrophen werden die Menschen ertragen müssen, wenn die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 3 oder 4 Grad ansteigt? Die auch in diesem Jahr vermehrten Treibhausgase werden von den Luftströmungen weltweit verteilt, so das alle Menschen der Erde von den Katastrophen betroffen werden können. Es handelt sich darum um eine globale Gefährdung, die nur mit globalen Weltgesetzen beendet werden kann. Die egoistischen Nationalstaaten waren und werden auch künftig mit solchen Gefahren überfordert sein.  

 Das ständige Wachstum der Weltbevölkerung konnte mit nationalstaatlichen Zuständigkeiten auch nicht beendet werden. In diesem Jahr wurde die 7 Milliarden Grenze über-schritten. Wenn das weitere Wachstum nicht gebremst wird,  dann werde nach den Schätzungen der Zukunftsforscher die Weltbevölkerung bis zum Jahre 2050 auf 9,2 Milliarden und bis zum Ende des Jahrhunderts auf 10 Milliarden ansteigen. Während die Bevölkerung in Europa sinkt, werde die Zahl der Afrikaner sich verdreifachen. Frauen hätten in armen Ländern oft 6, 8 und auch 10 Kinder. In Somalia habe eine Frau durchschnittlich 6,4 Kinder. Wenn sich das nicht ändert, dann werden viele Millionen Menschen verhungern müssen. Ein Drittel der Geburten ist von Frauen nicht gewollt. Mit Aufklärung und Familienplanung könnte das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern beendet werden. Das würde den Industriestaaten nur geschätzte 7 Milliarden Dollar kosten. Doch so ein dringendes Weltproblem konnte auf nationalstaatlicher Ebene mit völkerrechtlichen Verträgen nicht gelöst werden. Die Rettung von Banken und zahlungsunfähigen Ländern mit sehr viel höheren Milliardensummen hielten die Regierungen der Industriestaaten für ein dringenderes Problem.

In der Bedrohung aller Menschen der Erde durch Atomwaffen und Nationalarmeen ist im Jahre 2011 leider auch keine wesentliche Änderung eingetreten. Im Atomstreit mit Iran droht die USA und Israel den Iran mit einem Militärschlag, der dann einen erneuten Krieg im Nahen Osten verursachen könnte. Saudi-Arabien soll ein Bollwerk gegen die Machtinteressen im Iran werden. Deutschland liefert diesem autoritären Staat 200 Panzer und verletzt damit den Grundsatz, keine Waffen in Spannungsgebiete und an menschenrechtsverletzenden Staaten zu liefern. In Syrien droht ein Bürgerkrieg, wenn der Diktator Assad seine Soldaten und Polizisten weiter auf friedliche Demonstranten schießen lässt. Militärische Hilfe aus den USA und der EU werden die demonstrierenden Freiheitskämpfer nicht bekommen, da Syrien ein rostoffarmes Land ist. In Libyen konnten die Freiheitskämpfer den Diktator Gaddafi, der Krieg gegen die eigene Bevölkerung führte, mit militärischer Hilfe der USA und der EU besiegen, weil Libyen reichhaltige Öl- und Gasvorräte hat. Auch in Tunesien und Ägypten war die Revolution gegen die  Diktatur erfolgreich. Man kann nun hoffen, dass die religiösen und weitere Rivalitäten in diesen Ländern beendet werden und friedliche Demokratien entstehen.

Der nach dem 11. September 2001 von den USA in Afghanistan begonnene “Krieg gegen den Terror” dauert nun schon länger als 10 Jahre und hat den Terrorismus nicht besiegt. Die Terroranschläge in Afghanistan und im Irak gegen unschuldige Menschen haben sogar zugenommen. Begünstigt wird der Terrorismus auch durch die Waffenlieferungen in Spannungsgebiete. Die Waffen gelangen über staatlich nicht  kontrollierbare Grauzonen dann auch zu den Terroristen. Deutschland ist nach den USA und Russland der  drittgrößte Waffenexporteur und verursacht dadurch auch den Tod vieler unschuldiger Menschen in den Entwicklungsländern.

Nach den Richtlinien des Verteidigungsministers vom 18. 5. 2011 soll die verkleinerte und effizienter gewordene Bundeswehr nationale Interessen wahren und internationale Verantwortung übernehmen. Da in unserer friedlichen Umgebung Landesgrenzen nicht mehr verteidigt werden müssen, bekommt die Existenz der Bundeswehr eine neue machtpolitische Begründung. Das ist kein guter Beitrag für die Friedenssicherung. Es wäre vernünftiger, erheblich mehr abzurüsten und allen Ländern der Erde einen demokratischen Weltstaat für die globalen Probleme vorzuschlagen, die nationalstaatlich nicht mehr gelöst werden können. Dann könnten unsere Satzungsziele auch in anderen Ländern auf die politische Tagesordnung kommen und die Medien würden unsere Ziele verbreiten.      

Das Streben nach Macht hat auch im Internet Eingang gefunden. Hacker können  in Computer eindringen und Informationen stören, lahm legen oder verändern. Man spricht dann von einem Cyberangriff oder Cyberkrieg. Die Raketen und Drohnen der Nationalstaaten können fehlgesteuert werden. Komputerwürmer und Drohnen können geheime Anlagen ausspähen. Im Cyberkrieg sind die Angreifer meist unbekannt. Für diese Gefahren fehlen auch globale Gesetze.

Im nun bald zu Ende gehenden Jahr 2011 haben wir uns wie bisher um Verbreitung unserer Satzungsziele bemüht. Seit der Gründung der Weltbürgervereinigung sind fast 5000 Exemplare des Weltstaatbuches an Abgeordnete, Politiker, Wissenschaftler, Ministerien, Behörden und vielen anderen Interessenten versandt und ausgehändigt worden. Die 1. Auflage ist nun vergriffen. Die 2. Auflage ist gedruckt worden. Sie enthält einige Änderungen. Da der Begriff “Weltstaat” im Schrifttum und im Internet oft mit dem vom Atomphysiker Albert Einstein verwendeten Begriff “Weltregierung” identifiziert wird, bekommt die 2. Auflage den Buchtitel “Demokratischer Weltstaat und Weltbürgerbewußtsein können die Menschen unserer Erde vor ihrem selbstverschuldeten Untergang retten”. Eine “Weltregierung” ohne Parlament und ohne Gerichtsbarkeit hätte die Staatsform einer Diktatur. Unser Satzungsziel ist nicht eine “Weltregierung”, sondern ein demokratischer Weltstaat mit Gewaltenteilung durch parlamentarische Gesetzgebungskompetenz, Regierungskompetenz, Gerichtsbarkeit und Grundrechte für alle Menschen der Erde. Es ist eine demokratische Staatsform vergleichbar mit der in der Bundesrepublik. Für die Gesetzgebung ist das Weltparlament und das Weltstaatenparlament zuständig. Die erlassenen Weltgesetze werden von der Weltregierung durchgeführt. Die Weltgerichtsbarkeit kontrolliert die Verfassungsmäßigkeit der Weltgesetze und ihre  verfassungsmäßige Durchführung in der  Weltregierung. Die Zuständigkeit des demokratischen Weltstaates ist auf Friedenssicherung und Umwelterhaltung begrenzt. In allen anderen Bereichen bleiben die Gliedstaaten zuständig. Wer Exemplare der 2. Auflage haben möchte, kann sie von mir bekommen.

Im April dieses Jahres wurde unser in den Offenen Kanälen Oldenburg und Bremen gesendetes Weltbürgergespräch auf dem You Tube Kanal “Weltstaat 2050” ins Internet gebracht. Wir danken für die Bekanntmachung unserer Ziele in dieser globalen Ebene. Unser Mitglied Richard Beiderbeck hat im sozialen Netzwerk Facebook eine Gruppe “Weltbürgervereinigung Oldenburg” gegründet, wo man auch Mitglied werden kann. Sie ist erreichbar im http: //www.facebook.com/groups/122163501205746#!/groups/122163501205746?ap=1  Ferner hat Herr Beiderbeck  eine Facebookgruppe “Internetparlament” gegründet, die schon 570 Mitglieder hat. Dort sind 150 Beschlüsse gefasst worden, die vielleicht einmal Grundlage eines Partei-programms werden könnten. Herr Beiderbeck hat die E-Mail: webmaster@hoinae.de seine Webseite lautet: http://www.koinae.de  – Anschrift: Richard Beiderbeck, Marktäckerweg 1, 85405 Nandlstadt, Tel. 087562484. Herzlichen Dank für die erfolgreichen gemeinnützigen  Bemühungen zum Wohle der Menschen unserer Erde.

Abschließend bedanken wir uns besonders für die 5 Jahre lange ehrenamtliche Arbeit im Vorstand bei Heiko Vollquardsen als Geschäftsführer und bei Inge Vollquardsen als Schatzmeisterin. Wir wünschen Herrn Vollquardsen eine baldige Genesung von seiner schweren Erkrankung. 

Unsern Mitgliedern wünschen wir eine besinnliche Adventszeit, ein fröhliches Weihnachstsfest und ein glückliches neues Jahr. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. 
Wir können jetzt zum nächsten Tagesordnungspunkt übergehen.  

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s